J.CAGE, RENGA (1976)

AboutCAGE vol.6 

J.Cage/S.Armaroli, Renga set up in natural sound(s)

J.Cage/S.Armaroli, Renga to play in natural sound(s)

DaVinci ist bei der sechsten Folge der Reihe AboutCAGE angekommen, und es gibt auf dieser CD nur ein einziges Werk, Renga, komponiert zur Feier der amerikanischen Zweihundertjahrfeier (zusammen mit einem anderen Stück, Apartment House 1776).

Michael Tilson Thomas hat Renga « ein Regenwald von Orchesterklängen » genannt. Das Stück kann, laut Anweisung des Komponisten, von gleich welchen Instrumenten und Stimmen aufgeführt werden. Die vorliegende Einspielung benutzt eine Posaune, ein Klavier, ein präpariertes Klavier, Schlagwerk, Naturklänge und Elektronik.

Renga fußt auf 361 Naturskizzen von Henry David Thoreau und dem Konzept der Renga, einer im Mittelalter entstandenen Form des japanischen Kettengedichts, das nicht von einem einzelnen Dichter stammt, sondern bei dem sich mehrere Künstler abwechseln. Das passiert gewissermaßen auch hier, Cages Regenwald besteht aus einer Vielzahl individueller Klänge, viele davon atmosphärisch evokativ, etliche auch seltsam skurril und urkomisch oder schrullig.

Da die Partitur breiten Raum zum Interpretieren lässt, hängt es viel von den Interpreten ab, inwiefern diese Sammlung von Klängen (von Musik mag man gar nicht reden) 45 Minuten lang spannend ist oder nur langweilig. Nicht zuletzt wegen der tollen Akrobatik von Giancarlo Schiaffini auf der Posaune wartet man eigentlich immer gespannt auf das, was da noch kommt.